Großer Wohnungsmangel bei Studenten
Für den Wohnungsmangel unter den Studenten sind vor allem zwei Gründe maßgeblich mitverantwortlich. Das sind zum Einen der Wegfall der Wehrpflicht und zum Anderen, dass in diesem Jahr viele Bundesländer gleich zwei Abiturjahrgänge entlassen. Es handelt sich dabei um die gymnasialen Abgänger nach acht Jahren, was als "G8" bezeichnet wird und diejenigen, die das so genannte "G9" absolviert haben und die Schule demzufolge nach neun Jahren verlassen. Durch diese beiden Umstände entsteht im aktuellen Jahr eine Schwemme an neuen Studienanfängern.
Die Universitäten versuchen händeringend, sich auf diese "Monsterwelle" vorzubereiten und hierzu kurzfristig zusätzliche Lehrkräfte einzustellen. Selbst für Professoren muss das Lehrdeputat vorübergehend erhöht werden. Für den Besuch von Hörsälen gibt es schon Wartelisten und im Gegenzug werden Speisesäle, Aulen, Stadt- und Sporthallen sowie ganze Kinos kurzzeitig zu Hörsälen umfunktioniert, um dem studentischen Ansturm gerecht werden zu können. Bei diesem Überangebot an Abiturienten können nicht alle studieren. Deshalb wächst der Erfolgs- und Notendruck ins Unermessliche, da jeder weiß, wie es um die Gesamtsituation bestellt ist. Diejenigen Schulabgänger, die es nicht schaffen einen Studienplatz zu ergattern, drängen in den Lehrstellen- und Arbeitsmarkt. Das wiederum verschärft auch dort auf lange Sicht gesehen die Situation. Die meisten Arbeitgeber geben einem Abiturienten den Vorzug vor einem Haupt- oder Realschüler und überlassen eher diesem den Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.
Die Studentenschwemme zieht, wie bereits erwähnt, einen großen Wohnungsmangel nach sich. Jeder möchte ein besonders günstiges Zimmer oder ein winziges Appartement in der Nähe der Universität finden. Viele gehen Wohngemeinschaften ein oder ziehen in ein Studentenwohnheim, nur um überhaupt campusnah eine bezahlbare Unterkunft zu bekommen. Begeben Sie sich also schnellstmöglich auf Wohnungssuche, nachdem Sie die schriftliche Zusage und damit die Zulassung zum Studium von der Hochschule erhalten haben. Sollte es bei dem derzeitigen Wohnungsmangel möglich sein, eine Universität zu wählen, die sich wohnortnah befindet, dann wäre es sicherlich sinnvoll, täglich zu pendeln und vorerst besser im elterlichen Heim wohnen zu bleiben. Viele freie Studienplätze und damit sicherlich auch Wohnmöglichkeiten gibt es auch noch in Ostdeutschland. Sollte es im Traumfach keine Zusage geben, so ist eine Alternative, sich nach artverwandten Studiengängen umzusehen. Auch in technischen, naturwissenschaftlichen und mathematischen Themenbereichen sind noch zahlreiche vakante Studienplätze vorhanden. Ein gebührenpflichtiges Auslandsstudium könnten Sie ebenfalls alternativ erwägen. In jedem Fall gilt, dass Sie nur studieren sollten, was Ihnen auch tatsächlich liegt und was Sie brennend interessiert, sonst ist ein Studienabbruch vorhersehbar.
Wegen des Studentenüberschusses müssen einige sogar in Jugendherbergen übernachten oder vorrübergehend in ein Altersheim ziehen. Das mag zunächst erschreckend klingen, aber für seinen Traum vom Studium sollte man bereit sein auch Opfer zu bringen. Und da macht das niedersächsische Projekt der Stadt Hannover sicherlich Schule, denn hier ziehen die Studenten aus Gründen des Wohnungsmangels ins Seniorenstift, bekommen dort wohnliche, große Zimmer zu besonders günstigen Preisen zur Verfügung gestellt und verpflichten sich im Gegenzug, den Senioren dafür ein wenig Gesellschaft zu leisten.


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